Eisentabletten: Nebenwirkungen und Risiken von zu viel Eisen
Übelkeit, Verstopfung, dunkler Stuhl: typische Nebenwirkungen von Eisentabletten – und warum zu viel Eisen schadet, von Hämochromatose bis zur Vergiftung bei Kindern.

Eisentabletten verursachen häufig Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall sowie einen dunklen Stuhl. Zu viel Eisen kann der Körper kaum ausscheiden; es lagert sich in Organen ab. Nehmen Sie Eisen deshalb nur bei einem festgestellten Bedarf ein – bei einer Hämochromatose nie ohne ärztliche Rücksprache. Für kleine Kinder sind Eisentabletten gefährlich und gehören sicher verwahrt.
Welche Nebenwirkungen haben Eisentabletten?
Die meisten Nebenwirkungen betreffen Magen und Darm. Eisen, das nicht aufgenommen wird, bleibt im Darm und kann dort die Schleimhaut reizen. Häufig sind:
- Übelkeit
- Magen- und Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe
- Verstopfung oder Durchfall
- dunkel bis schwarz gefärbter Stuhl
Treten solche Beschwerden nach einem eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmittel auf, kann laut Verbraucherzentrale eine zu hohe Eisenaufnahme die Ursache sein. Bei einer ärztlich verordneten Behandlung gilt: nicht einfach abbrechen, sondern mit der Arztpraxis oder Apotheke sprechen. Oft lässt sich die Einnahme anpassen, etwa durch die Einnahme zum Essen, vor dem Schlafengehen oder seltener als täglich.
Ist dunkler Stuhl bei Eisentabletten normal?
Ja. Ein dunkel bis schwarz gefärbter Stuhl ist eine häufige und an sich unbedenkliche Folge von Eisenpräparaten: Er zeigt, dass größere Mengen nicht aufgenommenes Eisen im Darm sind. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat genau diese Verfärbung als vorsichtigen Maßstab genommen, um ihre sichere Zufuhrmenge abzuleiten.
Was passiert bei zu viel Eisen?
Anders als bei vielen anderen Nährstoffen hat der Körper keinen Weg, überschüssiges Eisen gezielt auszuscheiden. Er steuert nur die Aufnahme im Darm. Was aufgenommen und nicht gebraucht wird, speichert er. Eine starke Eisenüberladung schädigt Organe – das ist laut EFSA gesichert. Das BfR weist außerdem darauf hin, dass ein höheres Risiko für Herz- und Krebserkrankungen durch eine dauerhaft hohe Eisenzufuhr aus Nahrungsergänzungsmitteln nicht ausgeschlossen werden kann, auch wenn der letzte Beweis fehlt.
Deshalb raten BfR, Verbraucherzentrale und das IQWiG übereinstimmend davon ab, Eisen vorsorglich oder „auf Verdacht“ einzunehmen. Für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln und Präparaten nennt die EFSA 40 mg pro Tag als sichere Menge für Erwachsene; für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR höchstens 6 mg pro Tagesdosis vor. Mehr dazu in Wie viel Eisen am Tag?
Was ist Hämochromatose?
Die erbliche Hämochromatose, auch Eisenspeicherkrankheit genannt, ist eine der häufigsten erblichen Stoffwechselstörungen. Betroffene nehmen über den Dünndarm mehr Eisen aus der Nahrung auf, als sie brauchen. Über Jahre lagert sich der Überschuss vor allem in Leber, Bauchspeicheldrüse, Herz und Gelenken ab. Nach Angaben der Deutschen Leberstiftung hat in Nordeuropa etwa jeder Achte bis Zehnte die Anlage von einem Elternteil geerbt; in Deutschland haben rund 250.000 Menschen sie von beiden Eltern, und davon erkranken mindestens 20 %.
Die Krankheit schreitet sehr langsam voran, Beschwerden zeigen sich deshalb oft erst im Erwachsenenalter: chronische Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, eine bräunliche Verfärbung der Haut und schließlich Schäden an Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse. Behandelt wird mit regelmäßigen Aderlässen.
Warum sind Eisentabletten für Kinder gefährlich?
Verschluckt ein kleines Kind Eisentabletten für Erwachsene, kann das eine lebensgefährliche Vergiftung auslösen. Das BfR nennt als mögliche Folgen Erbrechen, Durchfall, Fieber, Gerinnungsstörungen sowie Schäden an Leber und Nieren. Eisenpräparate gehören deshalb zu den Mitteln, die immer außer Reichweite und Sicht von Kindern aufbewahrt werden sollten – am besten verschlossen und nicht in der Handtasche oder auf dem Nachttisch.
Mit welchen Medikamenten hat Eisen Wechselwirkungen?
Eisen kann die Wirkung anderer Arzneimittel abschwächen, etwa von Schilddrüsenhormonen (L-Thyroxin) und bestimmten Antibiotika wie Doxycyclin. Umgekehrt hemmen manche Mittel die Eisenaufnahme, zum Beispiel Säureblocker und Antazida, Schmerzmittel wie ASS und Ibuprofen sowie Calcium- und Magnesiumpräparate, die zeitversetzt genommen werden sollten. Welcher Abstand für Ihre Medikamente gilt, sagt Ihnen die Apotheke. Allgemeine Regeln zur Einnahme stehen in Eisentabletten richtig einnehmen.
Häufige Fragen
Wie lange halten die Nebenwirkungen von Eisentabletten an?
Das ist unterschiedlich. Der dunkle Stuhl hält an, solange Sie Eisen nehmen, und verschwindet danach wieder. Halten Magen-Darm-Beschwerden an, sprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis oder Apotheke, statt die Dosis selbst zu verändern.
Können Eisentabletten müde machen?
Müdigkeit gehört nicht zu den typischen Nebenwirkungen. Bleibt die Müdigkeit trotz Eisen bestehen, kann sie eine andere Ursache haben – das sollte ärztlich abgeklärt werden.
Machen Eisentabletten dick?
Nein. Eisen liefert keine Kalorien, und eine Gewichtszunahme gehört nicht zu den bekannten Nebenwirkungen.
Wie lange darf man Eisentabletten nehmen?
Bei einem behandelten Mangel legt die Arztpraxis die Dauer fest und kontrolliert die Blutwerte. Eisen ohne festgestellten Bedarf über lange Zeit zu nehmen, wird nicht empfohlen, weil sich der Überschuss im Körper ansammeln kann.
Woran merkt man, dass man zu viel Eisen hat?
Lange Zeit oft gar nicht. Eine Eisenüberladung zeigt sich anfangs mit unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden. Feststellen lässt sie sich nur ärztlich, zuerst mit einer Blutuntersuchung.
Quellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) – Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie
- BfR – Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln
- Verbraucherzentrale – Eisen: Qualität nicht Quantität ist die Frage
- EFSA – Scientific opinion on the tolerable upper intake level for iron (2024)
- Deutsche Leberstiftung – Hämochromatose
- Apotheken Umschau – Wie Sie Eisen richtig einnehmen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) – Wie lässt sich ein Eisenmangel behandeln?



