Brüchige Fingernägel: Ursachen und was hilft
Warum werden Fingernägel brüchig, welche Erkrankungen dahinterstecken können und was hilft – plus ein ehrlicher Blick auf Zink, Selen und Biotin.

Brüchige Fingernägel entstehen meist durch äußere Einflüsse: häufiger Kontakt mit Wasser und Putzmitteln, Nagellackentferner, trockene Heizungsluft und das Älterwerden. Handschuhe, regelmäßiges Eincremen und richtiges Feilen helfen am meisten. Seltener stecken Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Schuppenflechte oder Nagelpilz dahinter. Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Nägel bei; für Biotin gibt es keine solche Angabe.
Wie ist ein Fingernagel aufgebaut?
Die Nagelplatte besteht aus vielen dünnen Schichten verhornter Zellen, die vor allem aus dem Eiweiß Keratin bestehen. Zwischen den Schichten sorgen Wasser und Fette dafür, dass der Nagel elastisch bleibt. Ein Fingernagel wächst etwa drei Millimeter im Monat; bis er einmal komplett nachgewachsen ist, vergehen rund sechs Monate.
Verliert der Nagel Feuchtigkeit und Fett, wird er spröde: Er splittert an der Spitze, spaltet sich in Schichten (Onychoschisis) oder bekommt Längsrillen und reißt ein.
Was sind die häufigsten Ursachen für brüchige Nägel?
- Wasser und Reinigungsmittel: Häufiges Händewaschen, Abwaschen und Putzen lassen den Nagel abwechselnd aufquellen und austrocknen.
- Nagellackentferner mit Aceton und häufige Gel-, Acryl- oder Shellac-Maniküren entziehen der Nagelplatte Fett.
- Kälte und trockene Heizungsluft im Winter.
- Falsches Kürzen: Knipser und grobe Metallfeilen erzeugen kleine Risse an der Kante.
- Älterwerden: Mit den Jahren werden Nägel oft dünner und spröder.
Welche Krankheiten können hinter brüchigen Nägeln stecken?
Brüchige Nägel sind selten das einzige Zeichen einer Erkrankung. Lassen Sie sie trotzdem abklären, wenn sie trotz guter Pflege nicht besser werden oder weitere Veränderungen auftreten. Mögliche Ursachen sind:
- Eisenmangel: Nägel können dünn, brüchig oder sogar löffelförmig nach oben gewölbt sein, oft zusammen mit Müdigkeit und Blässe.
- Schilddrüsenerkrankungen, vor allem eine Unterfunktion.
- Schuppenflechte (Psoriasis): Typisch sind kleine Grübchen, gelblich-braune Flecken und eine sich ablösende Nagelplatte.
- Nagelpilz: Der Nagel wird dick, verfärbt, bröckelig und hebt sich ab – häufiger an den Zehen als an den Fingern.
- Ekzeme und Durchblutungsstörungen.
Was kann ich gegen brüchige Fingernägel tun?
- Handschuhe tragen beim Putzen, Abwaschen und bei der Gartenarbeit – am besten Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen.
- Regelmäßig eincremen: Nach jedem Händewaschen eine fetthaltige Handcreme auftragen und dabei Nägel und Nagelhaut mit einmassieren. Abends hilft ein Nagelöl.
- Richtig feilen: Kurz halten und mit einer Glas- oder feinen Sandblattfeile nur in eine Richtung feilen, nicht hin und her.
- Nagellackentferner ohne Aceton verwenden und künstlichen Nägeln immer wieder Pausen gönnen.
- Nagelhaut nicht schneiden, sondern nur sanft zurückschieben – sie schützt die Nagelwurzel.
Weil Nägel langsam wachsen, zeigt sich eine bessere Pflege erst am nachwachsenden Nagel, also nach einigen Monaten.
Was fehlt dem Körper bei brüchigen Nägeln?
Meistens nichts – die häufigsten Ursachen sind äußerlich. Ein Nährstoffmangel ist bei brüchigen Nägeln eher die Ausnahme. Am ehesten kommt ein Eisenmangel infrage, der sich nur über eine Blutuntersuchung feststellen lässt.
Für zwei Mineralstoffe sind in der EU Angaben zu Nägeln zugelassen: Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei, und Selen trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei. Beide sind Teil der normalen Abläufe, mit denen der Körper die Nägel erhält. Das bedeutet nicht, dass sie brüchige Nägel reparieren oder härter machen. Zink steckt unter anderem in Fleisch, Käse, Vollkorn und Kürbiskernen, Selen in Fisch, Eiern und Paranüssen.
Wer seine Versorgung mit diesen beiden Mineralstoffen absichern möchte: Unser Biotin Complex enthält neben Biotin auch Zink und Selen. Für die Nägel zählen dabei nur diese beiden – das Biotin darin hat keine zugelassene Angabe zu Nägeln.
Hilft Biotin bei brüchigen Nägeln?
Biotin wird häufig für Nägel beworben, doch die Belege sind dünn. Für Biotin gibt es in der EU keine zugelassene Angabe zu Nägeln. Die Studien, auf die sich die Werbung stützt, sind klein und schon älter: Die Idee stammt aus der Tiermedizin, wo Biotin die Hufe von Nutztieren härtete. Beim Menschen wurden in kleinen Studien nur sehr hohe Mengen von 2,5 mg am Tag untersucht, zu niedrigeren Mengen gibt es laut Verbraucherzentrale keine Studien. Belastbare Belege, dass Biotin brüchige Nägel bei Menschen ohne Mangel verbessert, gibt es nicht.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich wieder feste Nägel?
Vor allem durch Schutz und Pflege: Handschuhe bei Feuchtarbeit, regelmäßiges Eincremen, sanftes Feilen und Pausen von Nagellack und künstlichen Nägeln. Weil Nägel langsam wachsen, braucht es mehrere Monate, bis der nachwachsende Nagel die Veränderung zeigt.
Hilft Kieselerde bei brüchigen Nägeln?
Kieselerde und Silizium werden oft dafür beworben. Für Silizium gibt es aber weder einen Referenzwert noch eine zugelassene Angabe zu Nägeln, und gute Studien fehlen.
Können brüchige Nägel von der Schilddrüse kommen?
Ja, vor allem eine Schilddrüsenunterfunktion kann Nägel spröde machen. Meist kommen weitere Beschwerden hinzu, etwa Müdigkeit, Frieren oder Gewichtszunahme. Die Hausarztpraxis kann die Schilddrüsenwerte bestimmen.
Was bedeuten Längsrillen in den Nägeln?
Feine Längsrillen sind meist harmlos und nehmen mit dem Alter zu. Querrillen, Verfärbungen oder ein dunkler Streifen im Nagel sollten Sie dagegen ärztlich anschauen lassen.




