Vitamine für die Haare: Welche Nährstoffe wirklich zählen

Biotin, Zink, Selen, Eisen, Vitamin D: Welche Nährstoffe mit den Haaren zu tun haben, welche Angaben belegt sind und wann ein Bluttest mehr bringt als „Haarvitamine“.

Schale mit frischem Spinat, Walnüsse, Kürbiskerne, eine halbe Avocado, Linsen und ein Rosmarinzweig auf einem grünen Leinentuch
Kurz gesagt

Für vier Nährstoffe sind Angaben zu Haaren zugelassen: Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei, Kupfer zu einer normalen Haarpigmentierung. Ein Mangel an Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 oder Eiweiß kann dagegen mit Haarausfall zusammenhängen – er gehört ärztlich abgeklärt und behandelt. Keratin, Kollagen, Hirse und Kieselerde haben keine zugelassene Angabe.

Welche Vitamine und Mineralstoffe brauchen die Haare?

Haare brauchen im Grunde dasselbe wie der übrige Körper: genug Energie, Eiweiß und eine breite Palette an Vitaminen und Mineralstoffen. Die Haarwurzel gehört zu den Geweben, die sich am schnellsten teilen – fehlt etwas, kann sich das an den Haaren zeigen. Umgekehrt gilt: Wer gut versorgt ist, macht seine Haare durch zusätzliche Nährstoffe nicht „besser“.

Hilfreich ist, zwei Gruppen zu unterscheiden: Nährstoffe mit einer in der EU zugelassenen Angabe zu Haaren und Nährstoffe, deren Mangel mit Haarausfall in Verbindung steht.

Für welche Nährstoffe gibt es zugelassene Angaben zu Haaren?

Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Haaren (Verordnung (EU) Nr. 432/2012)
NährstoffZugelassene AngabeSteckt zum Beispiel in
Biotinträgt zur Erhaltung normaler Haare beiEiern, Haferflocken, Nüssen, Hülsenfrüchten
Zinkträgt zur Erhaltung normaler Haare beiFleisch, Käse, Vollkorn, Kürbiskernen
Selenträgt zur Erhaltung normaler Haare beiFisch, Eiern, Paranüssen
Kupferträgt zu einer normalen Haarpigmentierung beiNüssen, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Kakao

Alle vier Angaben beschreiben die Erhaltung des Normalzustands – nicht schnelleres Wachstum, mehr Fülle oder mehr Glanz. Das gilt auch für Kupfer: Es ist an der Bildung des Haarpigments beteiligt, macht graue Haare aber nicht wieder farbig.

Diese vier Nährstoffe stecken gemeinsam in unserem Biotin Complex: Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei, Kupfer trägt zu einer normalen Haarpigmentierung bei.

Biotin Komplex
4 HERBiotin KomplexBiotin 10.000 µg mit Zink, Selen & Kupfer

Was ist mit Biotin?

Biotin ist der bekannteste Haar-Nährstoff, doch die Studienlage ist dünn: Ein Nutzen für die Haare ist vor allem bei einem echten Biotinmangel belegt, und der ist selten. Ausführlich dazu: Biotin für die Haare.

Welcher Mangel kann Haarausfall verursachen?

Bei diesen Nährstoffen ist nicht die Ergänzung „für schöne Haare“ das Thema, sondern ein möglicher Mangel, der ärztlich festgestellt werden sollte:

  • Eisen: Ein Eisenmangel, auch mit niedrigem Speichereisen (Ferritin), gilt als häufige Ursache für diffusen Haarausfall bei Frauen. Ob er vorliegt, zeigt nur eine Blutuntersuchung. Eisen auf Verdacht einzunehmen ist nicht sinnvoll, weil ein Zuviel schaden kann.
  • Vitamin D: Niedrige Vitamin-D-Werte werden in Studien mit verschiedenen Formen von Haarausfall in Verbindung gebracht. Ob Vitamin D den Haarausfall verursacht oder nur parallel auftritt, ist nicht geklärt.
  • Vitamin B12 und Folat: Ein ausgeprägter Mangel kann Haarausfall begünstigen – und hat meist noch andere Folgen wie Blutarmut oder Nervenbeschwerden.
  • Eiweiß und Energie: Strenge Diäten, starker Gewichtsverlust und Essstörungen gehören zu den bekannten Auslösern für Haarausfall, der zwei bis drei Monate später einsetzt.

Was steckt sonst in Haarvitaminen?

Viele Präparate für „Haut, Haare und Nägel“ enthalten neben Vitaminen und Mineralstoffen weitere Zutaten. Für keine davon gibt es eine zugelassene Angabe zu Haaren:

  • Kieselerde, Silizium und Schachtelhalm werden traditionell für Haare und Nägel beworben. Für Silizium gibt es weder einen Referenzwert noch eine zugelassene Angabe.
  • Hirseextrakt stammt aus der Pflanzenheilkunde-Tradition; belastbare Studien zur Wirkung auf die Haare fehlen.
  • Keratin und Kollagen sind Eiweiße, die im Darm in ihre Bausteine zerlegt werden. Dass sie gezielt in die Haare eingebaut werden, ist nicht belegt.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also: Aussagen auf der Packung dürfen sich nur auf Nährstoffe mit zugelassener Angabe beziehen – also etwa „Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei“.

Was kann man realistisch von Haarvitaminen erwarten?

Wer gut versorgt ist, wird von einem Präparat keine sichtbare Veränderung erwarten können. Wer einen nachgewiesenen Mangel hat, braucht eine gezielte Behandlung, deren Dosis die Ärztin oder der Arzt festlegt. Dazwischen kann ein Präparat dazu beitragen, die Versorgung mit den genannten Nährstoffen abzusichern – nicht mehr und nicht weniger.

Für die Haare selbst zählen oft andere Dinge mehr: schonende Pflege, wenig Hitze und Zug sowie eine ausgewogene Ernährung. Tipps dazu finden Sie unter Dickere Haare bekommen.

Häufige Fragen

Welches Vitamin hilft bei Haarausfall?

Kein Vitamin behandelt Haarausfall. Liegt ein Mangel vor, etwa an Eisen oder Vitamin B12, wird dieser gezielt ausgeglichen – das legt die Arztpraxis nach einer Blutuntersuchung fest. Haarausfall hat aber oft andere Ursachen wie Veranlagung, Hormone oder Stress.

Welches Vitamin fehlt bei dünnen Haaren?

Meist keines. Feines oder dünnes Haar ist überwiegend erblich bedingt. Werden die Haare dagegen spürbar dünner als früher, kann unter anderem ein Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung dahinterstecken – das lässt sich ärztlich abklären.

Sind Haarvitamine für Frauen anders als für Männer?

Die Nährstoffe sind dieselben. Unterschiede gibt es eher bei den Ursachen von Haarausfall: Frauen haben zum Beispiel durch Menstruation und Schwangerschaften häufiger einen Eisenmangel.

Kann man Haarvitamine dauerhaft einnehmen?

Bei Präparaten mit üblichen Mengen spricht in der Regel nichts dagegen, wenn Sie die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten. Achten Sie darauf, nicht mehrere Präparate mit denselben Nährstoffen zu kombinieren, und informieren Sie vor Blutuntersuchungen die Praxis, wenn Sie Biotin einnehmen.

Quellen

  1. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Kann eine besondere Ernährung einen erblich bedingten Haarausfall aufhalten? (Stellungnahme Nr. 012/2025)
  3. Verbraucherzentrale – Sorgt Biotin für gesunde Haut, glänzende Haare und feste Nägel?
  4. Apotheken Umschau – Haarausfall: Ursachen, Diagnostik und Therapie
  5. Patel DP, Swink SM, Castelo-Soccio L. A Review of the Use of Biotin for Hair Loss. Skin Appendage Disorders, 2017

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