Eisentabletten: Was sie leisten und wer sie wirklich braucht
Was Eisen im Körper macht, was Eisenbisglycinat, -sulfat und -fumarat unterscheidet, wie viel ein Präparat enthält – und warum vor Eisentabletten der Bluttest kommt.

Eisentabletten liefern Eisen, das zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiträgt. Sinnvoll sind sie nur bei einem tatsächlichen Mehrbedarf, etwa bei manchen Frauen mit Menstruation. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt ein Bluttest in der Arztpraxis. Wer kein Eisen braucht, sollte keines einnehmen, denn zu viel Eisen kann schaden.
Wofür braucht der Körper Eisen?
Eisen ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Ein Erwachsener hat insgesamt nur wenige Gramm davon, der größte Teil steckt im roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Die EU hat für Eisen unter anderem diese gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen:
- Eisen trägt zur normalen Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin bei.
- Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei.
- Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
- Eisen trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
- Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei.
- Eisen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Der Körper verliert täglich nur wenig Eisen, etwa über Haut, Darm und Urin – und über Blutungen. Deshalb brauchen Frauen mit Menstruation mehr Eisen als Männer. Wie viel genau, steht in Wie viel Eisen am Tag?
Ist es sinnvoll, Eisentabletten zu nehmen?
Für die meisten Menschen nicht. Wer sich abwechslungsreich ernährt, deckt seinen Eisenbedarf in der Regel über das Essen. Anders als bei vielen anderen Nährstoffen kann der Körper überschüssiges Eisen kaum ausscheiden, es wird gespeichert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Verbraucherzentrale raten deshalb, Eisen nicht vorsorglich einzunehmen, sondern erst, wenn ein Bedarf ärztlich festgestellt wurde.
Einen erhöhten Bedarf können vor allem diese Gruppen haben:
- Frauen mit Menstruation
- Menschen, die regelmäßig Blut spenden
- Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren
- Leistungssportlerinnen und -sportler
Welche Eisenformen gibt es in Tabletten?
Auf dem Etikett steht neben der Eisenmenge immer auch die Verbindung, in der das Eisen vorliegt. Für Nahrungsergänzungsmittel ist in der EU eine ganze Reihe solcher Verbindungen zugelassen. Häufig sind diese:
| Verbindung | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Eisen(II)-sulfat | Ein Eisensalz der Schwefelsäure; häufig in Eisenarzneimitteln. |
| Eisen(II)-fumarat | Ein Eisensalz der Fumarsäure, einer organischen Säure. |
| Eisen(II)-gluconat | Ein Eisensalz der Gluconsäure. |
| Eisenbisglycinat | Ein Chelat: ein Eisenatom, gebunden an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin. |
Eisenbisglycinat liest man in letzter Zeit auf immer mehr Etiketten. Chemisch ist es eine andere Verbindung als die Eisensalze: Das Eisen ist nicht an eine Säure, sondern an die Aminosäure Glycin gebunden. Wie gut der Körper das Eisen aus einer Tablette aufnimmt, hängt aber stark von anderen Dingen ab – davon, wie voll die eigenen Eisenspeicher sind, und davon, was Sie gleichzeitig essen und trinken. Darum geht es in Eisentabletten richtig einnehmen.
Wie viel Eisen sollte eine Tablette enthalten?
Hier muss man zwei Welten unterscheiden: Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel mit Eisen. Arzneimittel sind in der Regel deutlich höher dosiert. Solche Dosierungen gehören in ärztliche Hände: Die Praxis legt Menge und Dauer fest und kontrolliert die Blutwerte.
Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 6 mg Eisen pro Tagesdosis vor und empfiehlt einen Warnhinweis, dass Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen sollten. Der Vorschlag ist rechtlich nicht verbindlich – eine EU-weite Höchstmenge gibt es bislang nicht –, und viele Präparate im Handel enthalten mehr. Das BfR rät außerdem grundsätzlich, eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel nur bei erhöhtem Bedarf und nach ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Für die Gesamtzufuhr aus Essen und Präparaten nennt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 40 mg pro Tag als sichere Menge für Erwachsene.
Warum stecken in Eisentabletten oft Vitamin C, Folat und B12?
Viele Präparate kombinieren Eisen mit Nährstoffen, die mit ihm zusammenarbeiten. Auch dafür gibt es zugelassene Angaben:
- Vitamin C: Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.
- Folat: Folat trägt zur normalen Blutbildung bei.
- Vitamin B12: Vitamin B12 trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen bei.
- Kupfer: Kupfer trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei.
Ein Kombipräparat ersetzt aber keine Abklärung: Wer tatsächlich zu wenig Folat oder Vitamin B12 hat, braucht oft andere Mengen, die die Arztpraxis festlegt.
Was steckt in unserem Iron Complex?
Eine kleine, glatte, vegane Tablette pro Tag liefert 14 mg Eisen als Eisenbisglycinat – 100 % des Nährstoffbezugswerts (NRV). Dazu kommen 60 mg Vitamin C, 200 µg Folat als Calcium-L-methylfolat, 3 µg Vitamin B12 als Methylcobalamin und 1 mg Kupfer als Kupferbisglycinat. Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung und zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei. 120 Tabletten im wiederverschließbaren Beutel reichen vier Monate.
Mit 14 mg liegt die Tablette über dem Höchstmengenvorschlag des BfR. Sie ist deshalb für erwachsene Frauen gedacht, die tatsächlich mehr Eisen brauchen und das ärztlich abgesprochen haben – nicht für Männer, nicht für Frauen nach den Wechseljahren und nicht für die Einnahme auf Verdacht.
Häufige Fragen
Wie merkt man, dass dem Körper Eisen fehlt?
Oft gar nicht: Ein leichter Mangel verursacht meist keine Beschwerden, und mögliche Anzeichen haben viele andere Ursachen. Sicher zeigt es nur eine Blutuntersuchung in der Arztpraxis. Mehr unter Eisenmangel.
Was verändert sich, wenn man Eisentabletten nimmt?
Wer genug Eisen hat, merkt in der Regel nichts – der Darm nimmt bei vollen Speichern weniger auf, und was ankommt, wird gespeichert. Häufig und unbedenklich ist ein dunkel gefärbter Stuhl. Möglich sind auch Magen-Darm-Beschwerden, mehr dazu unter Eisentabletten: Nebenwirkungen.
Kann ich Eisentabletten ohne Rezept kaufen?
Ja. Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen gibt es in Drogerie, Apotheke und Onlinehandel, und auch viele Eisenarzneimittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Verschreibt die Arztpraxis ein Eisenpräparat, zahlt die gesetzliche Krankenkasse es bis auf den Eigenanteil.
Sind Eisentabletten für Männer sinnvoll?
In der Regel nicht. Männer verlieren kaum Eisen und sind laut BfR über die Ernährung mehr als ausreichend versorgt; die DGE empfiehlt ihnen 11 mg pro Tag. Das BfR rät, dass Männer Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Was ist Eisenbisglycinat?
Eine Eisenverbindung, bei der ein Eisenatom an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist – ein sogenanntes Chelat. Sie ist in der EU für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und chemisch eine andere Verbindung als Eisensulfat oder Eisenfumarat.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Eisen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Eisen in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (2021)
- BfR – Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln
- Verbraucherzentrale – Eisen: Qualität nicht Quantität ist die Frage
- EFSA – Scientific opinion on the tolerable upper intake level for iron (2024)
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) – Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie
- Apotheken Umschau – Wie Sie Eisen richtig einnehmen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben




