Magnesiummangel: Symptome, Ursachen und wer betroffen ist
Woran erkennt man einen Magnesiummangel, was entzieht dem Körper Magnesium und wie lässt er sich feststellen? Fakten – und warum er seltener ist, als viele denken.

Ein Magnesiummangel ist bei gesunden Menschen mit üblicher Ernährung selten. Die Anzeichen sind unspezifisch – etwa Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Zittern, Übelkeit und Appetitlosigkeit – und haben oft andere Ursachen. Häufiger betroffen sind Menschen mit hohem Alkoholkonsum, chronischen Darmerkrankungen, Diabetes oder bei langer Einnahme bestimmter Medikamente. Bei Verdacht lassen Sie es ärztlich abklären.
Wie häufig ist ein Magnesiummangel?
Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist ein Magnesiummangel bei üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten selten. Magnesium steckt in vielen alltäglichen Lebensmitteln, und bei geringer Zufuhr nimmt der Darm mehr auf, während die Nieren weniger ausscheiden.
Eine Zeit lang etwas weniger als empfohlen aufzunehmen, ist noch kein Mangel. Der Körper hat einen Vorrat: Der größte Teil des Magnesiums steckt in Knochen und Muskeln.
Welche Symptome hat ein Magnesiummangel?
Ein leichter Mangel verursacht oft gar keine Beschwerden. Mögliche Anzeichen sind unspezifisch und können vielen anderen Ursachen ähneln:
- Müdigkeit und Schwäche
- Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
- Muskelkrämpfe, Muskelzucken oder Zittern
- Kribbeln in Händen oder Füßen
Bei einem ausgeprägten Mangel können starke Krämpfe und Herzrhythmusstörungen hinzukommen. Ein solcher Mangel gehört in ärztliche Behandlung und wird nicht auf eigene Faust mit Nahrungsergänzungsmitteln behandelt.
Ist Lidzucken ein Zeichen für Magnesiummangel?
Lidzucken wird oft mit Magnesiummangel in Verbindung gebracht, und Muskelzucken kann tatsächlich bei einem Mangel auftreten. In den allermeisten Fällen ist ein zuckendes Augenlid aber harmlos und hängt mit Übermüdung, langer Bildschirmarbeit oder viel Koffein zusammen. Hält es über Wochen an oder kommen weitere Beschwerden hinzu, lassen Sie es ärztlich abklären.
Was entzieht dem Körper Magnesium?
Das Risiko für einen Mangel steigt, wenn etwas die Aufnahme verringert oder die Verluste erhöht:
- Hoher Alkoholkonsum – er erhöht die Ausscheidung über den Urin und geht oft mit einer unausgewogenen Ernährung einher.
- Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie anhaltender Durchfall oder Erbrechen.
- Diabetes Typ 2, bei dem mehr Magnesium über den Urin verloren gehen kann.
- Bestimmte Medikamente bei längerer Einnahme, etwa entwässernde Mittel (Diuretika), häufig eingenommene Abführmittel und Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer).
- Höheres Alter, weil ältere Menschen oft weniger essen und Magnesium schlechter aufnehmen.
- Sehr einseitige Ernährung oder strenge Diäten.
Kann ein Magnesiummangel auf die Psyche schlagen?
Ein ausgeprägter Mangel kann sich auch mit Reizbarkeit, Unruhe oder Konzentrationsproblemen zeigen. Diese Beschwerden sind aber sehr unspezifisch und haben in aller Regel andere Ursachen. Magnesium trägt zur normalen psychischen Funktion bei – daraus folgt jedoch nicht, dass ein Präparat seelische Beschwerden lindert. Fühlen Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen oder unruhig, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis.
Wie lässt sich ein Magnesiummangel feststellen?
In der Arztpraxis kann der Magnesiumwert im Blut bestimmt werden. Das zeigt allerdings nur einen Ausschnitt: Nur etwa ein Prozent des Magnesiums im Körper befindet sich im Blut, der Rest vor allem in den Zellen, in Knochen und Muskeln. Ein normaler Blutwert schließt einen niedrigen Vorrat deshalb nicht ganz aus. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bezieht Beschwerden, Erkrankungen und Medikamente mit ein.
Selbsttests für zu Hause messen meist ebenfalls den Blutwert und haben damit dieselbe Schwäche. Einen Online-Fragebogen oder eine Symptomliste können sie nicht ersetzen – und umgekehrt.
Was hilft bei Magnesiummangel?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und danach, wie ausgeprägt der Mangel ist. Bei einer leicht zu niedrigen Zufuhr reicht oft eine magnesiumreichere Ernährung – siehe Magnesium in Lebensmitteln. Bei einem nachgewiesenen Mangel verordnet die Arztpraxis häufig Magnesium als Arzneimittel; in schweren Fällen wird es auch als Infusion gegeben.
Nehmen Sie ein Präparat auf eigene Faust, bleiben Sie bei höchstens 250 mg Magnesium pro Tag. Mehr dazu unter Wie viel Magnesium am Tag?
Häufige Fragen
Kann Magnesiummangel Wadenkrämpfe verursachen?
Muskelkrämpfe können ein Anzeichen für einen Magnesiummangel sein. Wadenkrämpfe sind aber sehr verbreitet und haben meist andere Ursachen, etwa Überlastung, Flüssigkeitsmangel oder bestimmte Medikamente. Wenn Sie häufig Krämpfe haben, lassen Sie es ärztlich abklären.
Wie lange dauert es, einen Magnesiummangel auszugleichen?
Das hängt von der Ursache und davon ab, wie niedrig die Werte sind. Bei einem ausgeprägten Mangel kontrolliert die Arztpraxis den Verlauf mit weiteren Blutwerten. Bei einer leicht zu niedrigen Zufuhr kommt es vor allem auf eine regelmäßige, abwechslungsreiche Ernährung an.
Was ist der größte Magnesiumräuber?
Einen einzelnen gibt es nicht. Zu den häufigsten Gründen für Magnesiumverluste gehören regelmäßiger hoher Alkoholkonsum, anhaltender Durchfall und die lange Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika oder Magensäureblocker.
Welche Erkrankungen können zu Magnesiummangel führen?
Unter anderem Diabetes Typ 2, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, chronische Nierenerkrankungen, eine Schilddrüsenüberfunktion und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse.
Kann man durch Sport einen Magnesiummangel bekommen?
Mit dem Schweiß geht etwas Magnesium verloren, gesunde Sportlerinnen und Sportler mit abwechslungsreicher Ernährung nehmen aber in der Regel genug auf. Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zum Elektrolytgleichgewicht bei.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Magnesium
- AOK – Magnesiummangel: Symptome und Behandlung
- Verbraucherzentrale – Magnesium: Was ist zu beachten?
- Cheungpasitporn W et al. Proton pump inhibitors linked to hypomagnesemia: a systematic review and meta-analysis of observational studies. Renal Failure, 2015



