Omega-3 in Lebensmitteln: Fisch, Öle, Nüsse und Samen

Welche Lebensmittel viel Omega-3 enthalten: EPA und DHA in Hering, Lachs und Makrele, ALA in Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl – mit Werten aus dem BLS.

Eine ganze Makrele auf Backpapier, Heringsfilets auf einem Teller, eine Schale mit Lein- und Chiasamen, Walnüsse, eine Flasche Öl und ein halbes Ei auf einem Holztisch
Kurz gesagt

Die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA stecken vor allem in fettem Meeresfisch wie Makrele, Hering, Lachs und Sardine. Pflanzliche Lebensmittel wie Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl liefern die Omega-3-Fettsäure ALA, die der Körper nur zum kleinen Teil in EPA und DHA umwandelt. Ein bis zwei Portionen fetter Seefisch pro Woche reichen laut BfR für eine gute Versorgung.

Welche Lebensmittel enthalten viel Omega-3?

Es kommt darauf an, welche Omega-3-Fettsäure gemeint ist. EPA und DHA – die Fettsäuren, für die Wirkungen auf Herz, Gehirn und Sehkraft zugelassen sind – stecken fast nur in Fisch, Meeresfrüchten und Algen. ALA (Alpha-Linolensäure) kommt dagegen fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor, vor allem in Leinsamen, Walnüssen, Raps und Soja sowie den daraus gepressten Ölen.

Der Körper kann aus ALA zwar EPA und DHA bilden, laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist die Umwandlungsrate aber gering und hängt von Ernährung, Stoffwechsel und Geschlecht ab. Pflanzliche Quellen sind deshalb kein vollwertiger Ersatz für Fisch, wenn es um EPA und DHA geht. Was die einzelnen Fettsäuren im Körper leisten, erklärt Omega-3: Wirkung.

Welcher Fisch hat am meisten Omega-3?

Fetter Meeresfisch liegt klar vorn. Magerer Fisch wie Seelachs oder Kabeljau enthält deutlich weniger, weil die Omega-3-Fettsäuren im Fett stecken. Die folgenden Werte stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel, den das BfR für seine Verbraucherinformation ausgewertet hat.

EPA und DHA in mg pro 100 g Fisch (BLS 3.02, veröffentlicht vom BfR). Die Gehalte schwanken je nach Fang, Jahreszeit und Zubereitung.
FischEPADHAEPA + DHA
Makrele, geräuchert, gegart3.164 mg5.101 mg8.265 mg
Thunfisch, geräuchert, gekocht1.652 mg2.480 mg4.132 mg
Hering, gegart2.210 mg734 mg2.944 mg
Lachs, geräuchert, gegart999 mg1.599 mg2.598 mg
Sardine, geräuchert640 mg894 mg1.534 mg

Schon 100 g Hering oder Lachs liefern mehr als das Zehnfache der 250 mg EPA und DHA, die als Referenzwert pro Tag gelten. Weil sich die Fettsäuren im Körper anreichern, reicht deshalb Fisch an ein bis zwei Tagen pro Woche. Matjes und Bismarckhering sind ebenfalls Hering und damit gute Quellen.

Wie oft sollte man Fisch essen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, ein- bis zweimal pro Woche Fisch zu essen, möglichst aus nachhaltigen Quellen, und betont fettreichen Fisch als Omega-3-Lieferanten. Das BfR schreibt, dass ein bis zwei Portionen fetter Meeresfisch wie Lachs, Makrele oder Hering pro Woche für eine ausreichende Versorgung mit EPA und DHA sorgen.

Schwangere und Stillende sollten laut BfR weniger Thunfisch essen. Schwangeren rät das BfR außerdem, Fischarten mit potenziell höherem Methylquecksilbergehalt wie Seeteufel, Heilbutt, Barsch oder Seehecht zu meiden. Fettreiche Arten wie Hering, Makrele, Lachs und Sardine bleiben empfehlenswert.

Welche pflanzlichen Lebensmittel enthalten Omega-3?

Pflanzen liefern ALA. Für den DGE-Schätzwert von 0,5 Prozent der Energie – bei 2.400 kcal etwa 1.300 mg ALA – reicht laut BfR schon ein Esslöffel Leinsamen (6 bis 7 g), ein Esslöffel Rapsöl (15 ml) oder etwa 13 g Walnusskerne, also rund vier Walnüsse.

ALA in mg pro 100 g (BLS 3.02, veröffentlicht vom BfR). Pflanzliche Lebensmittel enthalten kein EPA und kein DHA.
LebensmittelALA pro 100 gTypische Menge
Leinsamen, roh19.970 mg1 EL (6–7 g): etwa 1.300 mg
Walnüsse10.172 mg4 Walnüsse (13 g): etwa 1.300 mg
Rapsöl8.584 mg1 EL (15 ml): etwa 1.300 mg
Sojabohnen, roh1.094 mg–

Leinöl ist das Speiseöl mit dem höchsten ALA-Gehalt, verträgt aber keine Hitze und wird schnell ranzig. Es gehört deshalb in kalte Gerichte wie Quark, Salat oder Müsli. Auch Chiasamen und Hanfsamen enthalten ALA.

Ist Rapsöl oder Olivenöl besser für Omega-3?

Für Omega-3 ist Rapsöl die bessere Wahl. Olivenöl besteht überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren und enthält nur wenig ALA. Die DGE nennt Rapsöl und daraus hergestellte Margarine als bevorzugte Fette, daneben Walnuss-, Lein-, Soja- und Olivenöl. Um die Umwandlung von ALA in EPA und DHA zu verbessern, empfiehlt das BfR, eher ALA-reiche Lebensmittel zu wählen und Lebensmittel mit viel Omega-6, etwa Sonnenblumen- oder Maiskeimöl, zu begrenzen.

Enthalten Eier und Avocado Omega-3?

Eier enthalten etwas DHA im Eigelb, die Menge ist aber klein und hängt vom Futter der Hennen ab. Sogenannte Omega-3-Eier stammen von Hühnern, die zum Beispiel Leinsamen gefressen haben, und enthalten etwas mehr. Avocados liefern vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren und sind keine nennenswerte Omega-3-Quelle. Beide sind gesunde Lebensmittel, ersetzen aber keinen fetten Fisch.

Wie deckt man den Omega-3-Bedarf ohne Fisch?

Wer vegetarisch oder vegan isst, kann laut BfR mit ALA-reichen Lebensmitteln wie Raps- und Walnussöl oder Leinsamen gezielt dafür sorgen, dass der Körper selbst EPA und DHA bildet – wenn auch weniger, als Fisch liefern würde. Mikro- und Meeresalgen enthalten EPA und DHA direkt, allerdings in sehr unterschiedlichen Mengen. Wegen der stark schwankenden, teils sehr hohen Jodgehalte von Meeresalgen empfiehlt das BfR Algen nicht pauschal zur Deckung des Omega-3-Bedarfs. Verzehrt werden sollten nur Algenprodukte, auf denen Jodgehalt und maximale Tagesverzehrmenge angegeben sind.

Wie viel EPA und DHA sinnvoll ist und wo die Obergrenzen liegen, erklärt Wie viel Omega-3 am Tag?.

Häufige Fragen

Wie viele Walnüsse am Tag für Omega-3?

Etwa vier Walnüsse (13 g) decken laut BfR den täglichen Schätzwert für ALA von rund 1.300 mg. EPA und DHA liefern Walnüsse aber nicht.

Welches Obst hat viel Omega-3?

Obst enthält kaum Omega-3. Die nennenswerten pflanzlichen Quellen sind Samen, Nüsse und Öle, vor allem Leinsamen, Walnüsse und Rapsöl.

Enthält Thunfisch aus der Dose Omega-3?

Ja, der Gehalt hängt aber stark von Sorte und Verarbeitung ab und liegt meist unter dem von fettem Fisch wie Hering oder Makrele. Schwangere und Stillende sollten laut BfR weniger Thunfisch essen.

Hat Lachs aus Aquakultur weniger Omega-3?

Der Gehalt hängt stark vom Futter ab und schwankt zwischen Herkünften. Zuchtlachs ist oft fetter als Wildlachs. Beide sind gute EPA- und DHA-Quellen.

Geht Omega-3 beim Braten verloren?

Ein Teil kann bei starker Hitze und langem Braten verloren gehen. Dünsten, Garen im Ofen oder kurzes Braten erhält mehr. Leinöl sollten Sie gar nicht erhitzen.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Omega-3-Fettsäuren: Wichtig – aber in Maßen (FAQ, 30.04.2026, mit Werten aus dem BLS 3.02)
  2. DGE – Gut essen und trinken: Die DGE-Empfehlungen
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Fett, essenzielle Fettsäuren
  4. BfR – Schwangere (Empfehlungen zu Fisch und Methylquecksilber)

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