Vitamin-D-Mangel: Symptome, Blutwerte und wer betroffen ist
Woran erkennt man einen Vitamin-D-Mangel, was bedeuten die Blutwerte in nmol/l und ng/ml, und wer ist gefährdet? Fakten nach BfR, DGE und gesund.bund.de.

Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man bei einem Blutwert (25-OH-D) unter 30 nmol/l (12 ng/ml); 30 bis 50 nmol/l gelten als eingeschränkte Versorgung. Ein leichter Mangel verursacht oft keine Beschwerden. Ein schwerer Mangel kann zu Muskelschwäche, Knochenschmerzen und weichen Knochen führen. Gefährdet sind vor allem Menschen, die selten draußen sind, ältere Menschen und Menschen mit dunkler Haut. Klarheit bringt nur ein Bluttest.
Ab wann spricht man von einem Vitamin-D-Mangel?
Gemessen wird 25-Hydroxyvitamin D (25-OH-D) im Blut, die Speicherform des Vitamins. Laborwerte werden in nmol/l oder ng/ml angegeben; 1 ng/ml entspricht 2,5 nmol/l. Gängig ist in Deutschland diese Einteilung:
| 25-OH-D im Blut | Bewertung |
|---|---|
| unter 30 nmol/l (unter 12 ng/ml) | mangelhafte Versorgung – erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Knochen |
| 30 bis 50 nmol/l (12 bis 20 ng/ml) | eingeschränkte (suboptimale) Versorgung |
| ab 50 nmol/l (ab 20 ng/ml) | ausreichend für die Knochengesundheit |
Nicht alle Labore setzen die Grenzen gleich: Laut BfR werten manche erst Werte ab 75 nmol/l (30 ng/ml) als ausreichend, andere bereits ab 50 nmol/l (20 ng/ml). Fragen Sie deshalb nach, auf welche Grenze sich Ihr Befund bezieht.
Wie häufig ist ein Vitamin-D-Mangel in Deutschland?
Laut BfR erreichen 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland den wünschenswerten Wert von mindestens 50 nmol/l. Bei 41 Prozent liegt er zwischen 30 und 50 nmol/l, bei etwa 15 Prozent unter 30 nmol/l. Die Werte hängen auch von der Jahreszeit ab: Von Oktober bis März bildet die Haut in Deutschland kaum Vitamin D, der Körper zehrt dann von seinem Speicher.
Welche Symptome hat ein Vitamin-D-Mangel?
Ein leichter Mangel macht sich oft gar nicht bemerkbar. Ein ausgeprägter, länger bestehender Mangel kann laut gesund.bund.de und BfR zu folgenden Beschwerden führen:
- Knochen- und Gelenkschmerzen
- Muskelschwäche und Muskelkrämpfe oder -zucken
- Osteomalazie bei Erwachsenen: Die Knochen werden nicht ausreichend mineralisiert, bleiben weich und schmerzen
- Rachitis bei Säuglingen und Kindern: Störungen des Knochenwachstums mit bleibenden Verformungen von Beinen, Rippen oder Wirbelsäule
Kann ein Vitamin-D-Mangel psychische Beschwerden verursachen?
Das ist nicht belegt. Niedrige Vitamin-D-Werte und depressive Verstimmungen treten in Beobachtungsstudien zwar häufiger gemeinsam auf. Laut BfR ist aber nicht geklärt, was Ursache und was Folge ist – wer sich schlecht fühlt, ist zum Beispiel oft weniger draußen. Dass Vitamin-D-Präparate vor seelischen Beschwerden schützen oder sie lindern, ist wissenschaftlich nicht belegt. Fühlen Sie sich über Wochen niedergeschlagen, antriebslos oder erschöpft, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel?
- Wenig Zeit im Freien – etwa bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder in Pflegeheimen.
- Höheres Alter – die Haut bildet im Alter oft weniger als halb so viel Vitamin D wie in jungen Jahren.
- Dunkle Hautfarbe – mehr Melanin bedeutet weniger Eigenbildung.
- Bedeckte Haut – wer draußen den ganzen Körper bedeckt, etwa aus religiösen oder kulturellen Gründen.
- Säuglinge – Muttermilch enthält wenig Vitamin D, und Babys sollen nicht direkt in die Sonne.
- Chronische Erkrankungen von Magen und Darm, chronische Nierenerkrankungen und Lebererkrankungen wie eine Leberzirrhose.
- Bestimmte Medikamente, vor allem Mittel gegen Epilepsie und manche Chemotherapeutika.
Was sind Vitamin-D-Räuber?
Mit „Vitamin-D-Räubern“ sind meist Medikamente gemeint, die den Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflussen. Laut gesund.bund.de gehören dazu vor allem Mittel gegen Epilepsie und manche Chemotherapeutika. Auch chronische Magen-Darm-, Nieren- und Lebererkrankungen erhöhen das Risiko für einen Mangel. Nehmen Sie solche Medikamente dauerhaft ein, sprechen Sie Ihre Vitamin-D-Versorgung in der Arztpraxis an.
Wie lässt sich ein Vitamin-D-Mangel feststellen?
Nur über einen Bluttest. Die DGE rät, den Wert nicht routinemäßig bei allen zu messen, sondern bei begründetem Verdacht oder bei Menschen aus Risikogruppen. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom medizinischen Anlass ab – fragen Sie in der Praxis vorher nach.
Schnelltests für zu Hause aus Apotheke oder Drogerie sind laut gesund.bund.de nicht sehr zuverlässig; Fachleute raten davon ab. Ein Laborwert aus der Arztpraxis lässt sich zudem im Zusammenhang mit Beschwerden, Erkrankungen und Medikamenten bewerten.
Was hilft bei einem Vitamin-D-Mangel?
Ein nachgewiesener Mangel gehört in ärztliche Hände. Lässt er sich nicht über Sonne und Ernährung ausgleichen, wird er meist mit Vitamin-D3-Arzneimitteln behandelt, manchmal zusammen mit Calcium. Dosis und Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest; bei höheren Dosen wird der Blutwert regelmäßig kontrolliert.
Um einem Mangel vorzubeugen, empfiehlt das BfR, im Sommer wie im Winter oft an die frische Luft zu gehen und ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch zu essen. Welche Lebensmittel wie viel liefern, steht unter Vitamin D in Lebensmitteln und durch die Sonne. Für Risikogruppen nennt die DGE 20 µg am Tag als Orientierung – mehr dazu unter Wie viel Vitamin D am Tag?
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Vitamin-D-Mangel auszugleichen?
Das hängt vom Ausgangswert, von der Ursache und von der Behandlung ab, deshalb lässt sich keine feste Zeit nennen. Der Blutwert steigt nur langsam. Die Arztpraxis legt Dosis und Dauer fest und kontrolliert den Verlauf mit weiteren Bluttests.
Welche Symptome hat ein Vitamin-D-Mangel bei Frauen?
Die Anzeichen sind bei Frauen und Männern dieselben, etwa Knochen- und Muskelschmerzen oder Muskelschwäche. Ältere Frauen gehören wie ältere Männer zu den Risikogruppen, weil die Haut im Alter weniger Vitamin D bildet.
Kann ein Vitamin-D-Mangel Gewichtszunahme verursachen?
Das ist nicht belegt. Laut BfR wird Gewichtszunahme bei Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Werten zwar häufiger beobachtet, ein ursächlicher Zusammenhang ist aber nicht nachgewiesen.
Ist ein Wert von 20 ng/ml zu niedrig?
20 ng/ml entsprechen 50 nmol/l. Dieser Wert gilt nach BfR und DGE als ausreichend für die Knochengesundheit. Manche Labore setzen die Grenze höher an, bei 30 ng/ml (75 nmol/l).



