Wie viel Vitamin D am Tag? Bedarf, Dosierung und Einnahme

Die DGE nennt 20 µg (800 IE) Vitamin D pro Tag, wenn die Haut nichts bildet. Was das in IE bedeutet, wo die Obergrenze liegt und wie Sie Vitamin D richtig einnehmen.

Eine kleine weiße Tablette neben einem gedeckten Frühstückstisch mit Ei, Vollkornbrot und einem Glas Wasser im Morgenlicht
Kurz gesagt

Wenn der Körper selbst kein Vitamin D bildet, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) den Bedarf ab einem Jahr auf 20 µg (800 IE) am Tag. Im Sommer deckt die Sonne den Großteil. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 20 µg pro Tagesdosis, täglich statt in großen Einzeldosen. Die Obergrenze für Erwachsene liegt bei 100 µg (4000 IE) am Tag, für Kinder bis 10 Jahre bei 50 µg.

Wie viel Vitamin D braucht man am Tag?

Die DGE gibt für Kinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene – auch für Schwangere, Stillende und Menschen über 65 – einen Schätzwert von 20 µg Vitamin D pro Tag an. Der Wert gilt ausdrücklich für den Fall, dass die Haut kein Vitamin D bildet. Wer regelmäßig in der Sonne ist, braucht entsprechend weniger aus Nahrung oder Präparaten.

Schätzwerte für eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr bei fehlender Eigenbildung in der Haut laut DGE.
AlterVitamin D pro Tag
Säuglinge unter 12 Monaten10 µg (400 IE)
Kinder von 1 bis unter 15 Jahren20 µg (800 IE)
Jugendliche und Erwachsene von 15 bis unter 65 Jahren20 µg (800 IE)
Erwachsene ab 65 Jahren20 µg (800 IE)
Schwangere und Stillende20 µg (800 IE)

Über die Ernährung kommen Erwachsene in Deutschland nur auf 2 bis 4 µg am Tag. Den Rest liefert im Sommerhalbjahr die Haut – von Oktober bis März reicht die Sonne dafür nicht aus, dann zehrt der Körper von seinem Speicher.

Wie rechnet man µg in IE um?

Vitamin D wird in Mikrogramm (µg) oder Internationalen Einheiten (IE) angegeben. 1 µg entspricht 40 IE. Umgekehrt sind 1000 IE 25 µg.

Mikrogramm (µg)Internationale Einheiten (IE)
10 µg400 IE
20 µg800 IE
25 µg1000 IE
50 µg2000 IE
100 µg4000 IE

Sind 2000 IE Vitamin D am Tag zu viel?

2000 IE sind 50 µg – das Zweieinhalbfache des DGE-Schätzwerts und die Hälfte der EFSA-Obergrenze von 100 µg (4000 IE) für Erwachsene. Akut gefährlich ist diese Menge für gesunde Erwachsene nicht. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel aber höchstens 20 µg (800 IE) pro Tagesdosis, weil diese Menge auch bei langer Einnahme und zusammen mit anderen Quellen als unbedenklich gilt.

Höhere Dosen können ärztlich sinnvoll sein, etwa bei einem nachgewiesenen Mangel. Dann sollte der Blutwert regelmäßig kontrolliert werden. Für Kinder von 1 bis 10 Jahren liegt die Obergrenze bei 50 µg pro Tag. Wann es wirklich zu viel wird, erklärt Vitamin-D-Überdosierung.

Ist es besser, Vitamin D täglich oder einmal pro Woche einzunehmen?

Täglich. Das BfR hat 2025 Präparate bewertet, bei denen hohe Einzeldosen im Abstand von mehreren Tagen bis Wochen eingenommen werden sollen. Solche Bolusgaben lassen den Blutspiegel stärker schwanken und können die fein abgestimmte Regulation des Calciumhaushalts stören. Außerdem steigt das Risiko, sie versehentlich häufiger zu nehmen als vorgesehen, etwa täglich statt alle paar Tage. Auch wenn die Menge rechnerisch einer üblichen Tagesdosis entspricht, lässt sie sich laut BfR nicht damit vergleichen.

Das BfR rät daher, bei Bedarf ein niedriger dosiertes Präparat täglich einzunehmen. Hohe Einzeldosen sollten nur auf ärztliche Anweisung und unter ärztlicher Kontrolle genommen werden.

Wann und wie nimmt man Vitamin D am besten ein?

  • Zu einer Mahlzeit: Vitamin D ist fettlöslich. Nehmen Sie es deshalb am besten zu einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält.
  • Tageszeit: Morgens oder abends spielt keine Rolle. Wählen Sie die Mahlzeit, bei der Sie es am zuverlässigsten nicht vergessen.
  • Regelmäßig: Eine tägliche Routine ist wichtiger als der genaue Zeitpunkt.
  • Zusammenzählen: Multivitaminpräparate und angereicherte Lebensmittel wie Margarine enthalten oft ebenfalls Vitamin D.

Wie lange dauert es, bis der Vitamin-D-Speicher aufgefüllt ist?

Der Blutwert ändert sich nur langsam, weil der Körper Vitamin D im Fett- und Muskelgewebe speichert und das gemessene 25-Hydroxyvitamin D lange im Blut bleibt. Wie schnell sich der Wert nach einer Umstellung verändert, hängt unter anderem vom Ausgangswert und der Dosis ab. Ob und wann eine Kontrolle sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrer Arztpraxis. Den über den Winter geleerten Speicher füllt die Haut laut DGE ab dem Frühjahr wieder auf.

Mit 20 µg am Tag lässt sich laut BfR im Allgemeinen auch ganz ohne Sonne eine angemessene Versorgung sicherstellen, also ein Blutwert von mindestens 50 nmol/l.

Muss man Vitamin D das ganze Jahr nehmen?

Nicht unbedingt. Wer von etwa April bis September mehrmals pro Woche Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen einige Minuten in die Sonne hält, bildet in dieser Zeit selbst genug und füllt den Speicher für den Winter. Für Risikogruppen – etwa Menschen, die kaum nach draußen kommen – kann eine Einnahme vor allem in den Wintermonaten sinnvoll sein, für manche auch ganzjährig. Wer dazu gehört, steht unter Vitamin D: Wirkung, Bedarf und wer ein Präparat braucht.

Häufige Fragen

Wie viel Vitamin D sollten Frauen über 50 nehmen?

Der Schätzwert der DGE ist für Frauen und Männer gleich: 20 µg (800 IE) am Tag, wenn die Haut kein Vitamin D bildet. Mit dem Alter nimmt die Eigenbildung ab, deshalb gehören vor allem ältere Menschen, die wenig draußen sind, zu den Risikogruppen.

Sind 1000 IE Vitamin D am Tag sinnvoll?

1000 IE entsprechen 25 µg und liegen damit knapp über dem DGE-Schätzwert von 20 µg und der BfR-Höchstmenge für Präparate. Für die meisten Menschen reicht es, sich an 20 µg (800 IE) pro Tag zu orientieren.

Kann man Vitamin D auf nüchternen Magen einnehmen?

Das ist möglich, aber weil Vitamin D fettlöslich ist, wird die Einnahme zu einer Mahlzeit mit etwas Fett empfohlen.

Wie lange darf man Vitamin D einnehmen?

In einer Menge bis etwa 20 µg am Tag ist Vitamin D laut BfR auch bei langfristiger Einnahme unbedenklich. Hochdosierte Präparate sollten Sie dagegen nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle des Blutwerts dauerhaft nehmen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Vitamin D
  2. BfR – Vitamin D: Sonne und Bewegung fördern eine gute Versorgung (FAQ, 30.12.2025)
  3. DGE – Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D
  4. BfR – Aktualisierung 2023: Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
  5. BfR – Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen birgt gesundheitliche Risiken (Stellungnahme 031/2025)
  6. Verbraucherzentrale – Kann man Vitamin D überdosieren?

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