Vitamin D3 und K2: Was die Kombination kann – und was nicht

Warum Vitamin D3 oft mit K2 kombiniert wird, was MK-7 von K1 unterscheidet, was belegt ist und was nicht – und wann Sie bei Blutverdünnern vorsichtig sein müssen.

Kleine weiße Tabletten in einer Keramikschale neben einem Stück Hartkäse, Grünkohl und einem Glas Wasser auf einem Holztisch
Kurz gesagt

Vitamin D und Vitamin K tragen beide zur Erhaltung normaler Knochen bei, Vitamin K außerdem zu einer normalen Blutgerinnung. Deshalb werden sie oft zusammen angeboten. Dass die Kombination mehr bringt als Vitamin D allein oder Calcium aus den Gefäßen fernhält, ist nicht belegt. Wer gerinnungshemmende Medikamente wie Marcumar nimmt, sollte Vitamin K nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Was ist Vitamin K2?

Vitamin K ist der Sammelbegriff für eine Gruppe fettlöslicher Verbindungen. Die DGE unterscheidet vor allem zwei Formen:

  • Vitamin K1 (Phyllochinon) – stammt aus Pflanzen und steckt vor allem in grünem Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Brokkoli und Salat.
  • Vitamin K2 (Menachinone) – eine Gruppe von Verbindungen, die in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vorkommen. Sie unterscheiden sich in der Länge ihrer Seitenkette und werden danach benannt, etwa MK-4 oder MK-7.

MK-7 ist eine langkettige Form, die in den meisten K2-Präparaten steckt. Gewonnen wird sie zum Beispiel mit dem Bakterium, mit dem auch Natto hergestellt wird, ein fermentiertes Sojaprodukt aus Japan. Über übliche Lebensmittel nehmen Menschen in Deutschland laut BfR nur sehr wenig MK-7 auf. Die Formen von Vitamin K unterscheiden sich in Herkunft und chemischem Aufbau.

Wofür braucht der Körper Vitamin D und Vitamin K?

Für beide Vitamine sind in der EU unter anderem folgende Funktionen anerkannt:

  • Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.
  • Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei.
  • Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
  • Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei.

Diese Funktionen gelten für Vitamin K insgesamt, nicht speziell für eine Form wie MK-7. Laut DGE ist Vitamin K wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Blutgerinnung.

Warum werden Vitamin D3 und K2 zusammen eingenommen?

Weil beide Vitamine zur Erhaltung normaler Knochen beitragen, liegt die Kombination in einem Präparat nahe. Viele Hersteller gehen weiter und werben damit, dass K2 Calcium „in die Knochen statt in die Gefäße“ lenke oder vor Gefäßverkalkung schütze. Das ist keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Verbraucherzentrale bewertet die Hypothese zur Gefäßverkalkung als nicht ausreichend belegt; ob die Kombination die Knochen besser unterstützt als Vitamin D allein, ist wissenschaftlich ebenfalls nicht belegt.

Daran wird geforscht, und einzelne Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Vitamin K und Gefäßen. Eindeutige Ergebnisse, die eine Empfehlung rechtfertigen würden, gibt es bisher nicht. Eine offizielle Empfehlung, Vitamin D mit Vitamin K zu kombinieren, gibt es in Deutschland nicht.

Was passiert, wenn man Vitamin D ohne K2 einnimmt?

In üblichen Mengen nichts Besonderes. Für die Einnahme von bis zu 20 µg Vitamin D am Tag, wie sie DGE und BfR nennen, braucht es kein zusätzliches Vitamin K2. Laut Verbraucherzentrale ist die Kombination „nicht schlimm, aber eben auch nicht hilfreich“. Die verbreitete Sorge, Vitamin D ohne K2 führe zu Ablagerungen in den Gefäßen, ist nicht belegt. Wichtig ist vor allem, Vitamin D nicht zu überdosieren. Wie viel Vitamin D sinnvoll ist, steht unter Wie viel Vitamin D am Tag?

Wie viel Vitamin K braucht man – und wie viel K2 ist zu viel?

Schätzwerte der DGE für eine angemessene Vitamin-K-Zufuhr (K1 und K2 zusammen) bei Erwachsenen.
AlterMännerFrauen
19 bis unter 51 Jahre70 µg60 µg
ab 51 Jahren80 µg65 µg

Mit einer abwechslungsreichen Ernährung mit grünem Gemüse wird dieser Bedarf in der Regel gedeckt. Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR eine Höchstmenge von 25 µg Vitamin K2 beziehungsweise 80 µg Vitamin K1 pro Tagesdosis vor. Auch die Verbraucherzentrale rät, nicht mehr als 25 µg Vitamin K2 pro Tag zu nehmen. Viele D3-K2-Präparate enthalten deutlich mehr K2. Gesetzlich verbindliche Höchstmengen gibt es bisher nicht. Zur Einordnung: Laut BfR wurden in Studien mit gesunden Menschen bei MK-7-Mengen bis etwa 400 µg am Tag keine negativen gesundheitlichen Effekte beobachtet. Vorsicht ist vor allem bei gerinnungshemmenden Medikamenten geboten (siehe unten).

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin K2?

Vitamin K2 kommt laut DGE in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vor. Gute Lieferanten für Vitamin K insgesamt sind:

  • Grünes Gemüse wie Spinat, einige Salat- und Kohlsorten (vor allem Vitamin K1)
  • Milch und Milchprodukte, etwa Käse
  • Fleisch und Eier
  • Fermentierte Lebensmittel wie Natto

Wie viel K2 einzelne Lebensmittel genau enthalten, ist laut BfR noch unsicher. Wer sich abwechslungsreich ernährt, deckt den Vitamin-K-Bedarf in der Regel ohne Präparat.

Welche Nebenwirkungen hat Vitamin K2?

Laut BfR wurden bei gesunden Erwachsenen in Studien mit MK-7 bis etwa 400 µg am Tag keine negativen gesundheitlichen Effekte beobachtet. Entscheidend ist eine Wechselwirkung: Vitamin K schwächt die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente vom Cumarin-Typ ab, in Deutschland vor allem Phenprocoumon (Marcumar) und Warfarin – Vitamin K2 laut BfR etwa 3,5-mal stärker als Vitamin K1. Schon schwankende Mengen Vitamin K können die Einstellung dieser Medikamente stören.

Was enthält unser Vitamin D3 + K2?

Eine Tablette täglich enthält 20 µg (800 IE) Vitamin D3 als Cholecalciferol – 400 % des Nährstoffbezugswerts – und 100 µg Vitamin K2 als MK-7, das sind 133 % des Nährstoffbezugswerts. Die Vitamin-D-Menge entspricht der BfR-Höchstmenge pro Tagesdosis. Die K2-Menge liegt deutlich über dem BfR-Vorschlag von 25 µg. Das Vitamin D3 stammt aus Lanolin, die Tablette ist daher vegetarisch, aber nicht vegan. Für Erwachsene liegt die EFSA-Obergrenze für Vitamin D bei 100 µg (4000 IE) am Tag aus allen Quellen, für Kinder von 1 bis 10 Jahren bei 50 µg.

Nehmen Sie keine weiteren Vitamin-D- oder Vitamin-K-Präparate zusätzlich ein, ohne die Mengen zusammenzuzählen. Nehmen Sie gerinnungshemmende (blutverdünnende) Medikamente wie Marcumar oder Warfarin ein, holen Sie vor der Einnahme ärztlichen Rat ein.

Vitamin D3 + K2
4 HIM & HERVitamin D3 + K2Vitamin D3 (800 IE) mit Vitamin K2 (MK-7)

Häufige Fragen

Wann sollte man Vitamin D3 und K2 einnehmen?

Beide Vitamine sind fettlöslich. Nehmen Sie das Präparat daher am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett ein. Die Tageszeit spielt keine Rolle, wichtig ist die Regelmäßigkeit.

Brauche ich K2, wenn ich Vitamin D nehme?

Nach heutigem Wissen nicht. Es gibt keine offizielle Empfehlung, Vitamin D mit K2 zu kombinieren; laut Verbraucherzentrale reicht für die übliche Einnahme Vitamin D allein aus. Wer sich abwechslungsreich mit grünem Gemüse, Milchprodukten, Fleisch und Eiern ernährt, nimmt in der Regel genug Vitamin K zu sich.

Ist MK-7 besser als K1 oder MK-4?

MK-7, MK-4 und K1 unterscheiden sich in Herkunft und chemischem Aufbau. Dass eine Form besser ist, ist keine anerkannte Aussage: Die anerkannten Funktionen für Knochen und Blutgerinnung gelten für Vitamin K insgesamt, nicht für eine bestimmte Form.

Darf ich Vitamin K2 mit Blutverdünnern nehmen?

Bei Medikamenten vom Cumarin-Typ wie Marcumar nur nach ärztlicher Rücksprache, weil Vitamin K deren Wirkung abschwächen kann. Auch bei anderen Gerinnungshemmern sollten Sie vorher fragen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale – Vitamin D besser mit Vitamin K2?
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Vitamin K
  3. BfR – Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln (2021)
  4. BfR – Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen birgt gesundheitliche Risiken (Stellungnahme 031/2025)
  5. Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – zugelassene gesundheitsbezogene Angaben

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