Was ist Kollagen? Aufgaben, Typen und was Präparate bringen
Kollagen ist das häufigste Eiweiß im Körper. Was es in Haut, Knochen und Sehnen leistet, welche Typen es gibt und was die Forschung zu Präparaten sagt.

Kollagen ist das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper und macht rund ein Drittel aller Proteine aus. Es gibt Haut, Sehnen, Knochen und Knorpel ihre Struktur und Zugfestigkeit. Der Körper bildet Kollagen selbst, mit den Jahren allmählich weniger. Kollagen aus Nahrung oder Pulver wird bei der Verdauung in Aminosäuren und kleine Peptide zerlegt und gelangt nicht als fertiges Kollagen in die Haut.
Was ist Kollagen?
Kollagen ist ein Strukturprotein: ein Eiweiß, dessen Aufgabe nicht der Stoffwechsel ist, sondern der Zusammenhalt. Es ist das häufigste Protein im Körper und macht etwa ein Drittel des gesamten Körpereiweißes aus. Kollagenfasern bilden ein zugfestes Netz im Bindegewebe – vergleichbar mit Stahlseilen in Beton.
Chemisch besteht Kollagen aus drei langen Eiweißketten, die sich zu einer Dreifachhelix verdrillen. Besonders häufig kommen darin die Aminosäuren Glycin, Prolin und Hydroxyprolin vor.
Wo im Körper kommt Kollagen vor?
- Haut: Kollagen bildet das Gerüst der Lederhaut und sorgt für Festigkeit.
- Sehnen und Bänder: Sie bestehen größtenteils aus Kollagen und übertragen die Kraft der Muskeln auf die Knochen.
- Knochen: Kollagen bildet die organische Grundsubstanz, in die Mineralstoffe wie Calcium eingelagert werden.
- Knorpel: Er federt in den Gelenken Druck ab und enthält vor allem Kollagen Typ II.
- Blutgefäße, Zähne und Hornhaut des Auges enthalten ebenfalls Kollagen.
Welche Kollagen-Typen gibt es?
Die Forschung kennt fast 30 Kollagen-Typen. Drei davon machen den Großteil aus:
| Typ | Vorkommen |
|---|---|
| Typ I | Häufigster Typ: Haut, Knochen, Sehnen, Bänder, Zähne |
| Typ II | Knorpel, zum Beispiel in den Gelenken |
| Typ III | Haut, Blutgefäße, Muskeln, oft zusammen mit Typ I |
Auf Präparaten ist der Typ meist angegeben. Kollagen aus Rinderhaut enthält vor allem Typ I und III, Kollagen aus Knorpel eher Typ II. Da Kollagen bei der Verdauung ohnehin in kleine Bausteine zerlegt wird, sagt der Typ vor allem etwas über die Quelle aus.
Nimmt Kollagen mit dem Alter ab?
Ja. Der Körper baut Kollagen ständig auf und ab. Schon ab etwa Mitte 20 geht die eigene Kollagenbildung langsam zurück, laut AOK um ein bis zwei Prozent pro Jahr. Das ist ein normaler Teil des Älterwerdens. Wie schnell es geht, hängt auch von äußeren Faktoren ab: UV-Strahlung und Rauchen beschleunigen den Abbau in der Haut nachweislich.
Einen „Kollagenmangel“, den man mit einem Bluttest feststellen oder mit einem Pulver ausgleichen könnte, gibt es nicht. Seltene angeborene Bindegewebserkrankungen betreffen die Bildung von Kollagen selbst und gehören in ärztliche Behandlung.
Was passiert mit Kollagen, das man isst oder trinkt?
Kollagen ist ein Eiweiß und wird wie jedes andere Eiweiß verdaut: Im Magen und Darm zerlegen Enzyme es in einzelne Aminosäuren und kurze Peptide aus zwei oder drei Aminosäuren. Diese gelangen ins Blut. Fertiges Kollagen wandert also nicht vom Löffel in die Haut oder in die Gelenke.
Einige Studien zeigen, dass bestimmte kurze Kollagen-Peptide nach der Einnahme im Blut nachweisbar sind. Ob und wie sie im Gewebe wirken, ist Gegenstand der Forschung und nicht abschließend geklärt.
Was ist der Unterschied zwischen Kollagenhydrolysat, Rinder- und Fischkollagen?
- Kollagenhydrolysat oder Kollagen-Peptide: Das Kollagen wurde mit Enzymen in kurze Stücke gespalten. Es löst sich in kalten und heißen Getränken und geliert nicht – anders als Gelatine, die nur teilweise aufgespalten ist.
- Rinderkollagen: stammt meist aus Rinderhaut und enthält vor allem Typ I und III.
- Fischkollagen (marines Kollagen): stammt aus Fischhaut oder -schuppen, ebenfalls überwiegend Typ I. Für Menschen mit Fischallergie ist es nicht geeignet.
- Schweinekollagen: In Deutschland wird ein großer Teil des Kollagens aus Schweineschwarte gewonnen. Das spielt für manche Ernährungsweisen und Religionen eine Rolle.
Die Quelle unterscheidet sich, eine nachgewiesene Überlegenheit einer Quelle gibt es nicht. Veganes Kollagen gibt es nicht: Kollagen kommt nur in tierischem Gewebe vor. Produkte mit diesem Namen enthalten meist einzelne Aminosäuren und Vitamine.
Wofür ist Kollagen gut – und was bringen Präparate?
Für den Körper ist Kollagen unverzichtbar: Ohne es hätten Haut, Knochen und Sehnen keinen Halt. Das ist gut belegt. Eine andere Frage ist, ob zusätzliches Kollagen als Pulver oder Kapsel etwas bewirkt.
Hier ist die Studienlage gemischt. Einige, oft von Herstellern finanzierte Studien berichten über leichte Veränderungen bei Feuchtigkeit und Elastizität der Haut. Eine große Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2025 fand dagegen keinen Effekt, wenn nur unabhängige oder methodisch hochwertige Studien betrachtet wurden. Gesundheitsbezogene Angaben zu Kollagen für Haut oder Gelenke hat die EU nach Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht zugelassen. Mehr dazu in Kollagen-Wirkung: Was zeigen Studien?.
Ist Kollagen ein normales Eiweiß?
Ja, aber ein unvollständiges. Kollagen zählt zur täglichen Eiweißzufuhr, enthält jedoch kein Tryptophan und nur wenig von einigen anderen unentbehrlichen Aminosäuren. Es kann Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier oder Hülsenfrüchte deshalb nicht ersetzen. Wie viel Eiweiß Sie insgesamt brauchen und welche Mengen Kollagen in Studien verwendet wurden, steht in Wie viel Kollagen am Tag?.
Collagen Pure von 4 HER besteht aus einer einzigen Zutat: hydrolysierten Rinderkollagen-Peptiden, Typ I und III, ohne zugesetzte Aromen, Süßstoffe oder Füllstoffe. Ein Messlöffel mit 15 g liefert 14 g Eiweiß. Eiweiß trägt zu einer Zunahme an Muskelmasse bei. Eiweiß trägt zur Erhaltung von Muskelmasse bei. Eiweiß trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Das Pulver ist nicht für Vegetarier oder Veganer geeignet.
Häufige Fragen
Wie wird Kollagen für Präparate hergestellt?
Aus tierischem Bindegewebe, meist Haut von Schwein oder Rind, seltener aus Fisch. Das Kollagen wird gereinigt und mit Enzymen in kurze Peptide gespalten. So entsteht Kollagenhydrolysat, das sich in Flüssigkeit löst.
Kann man verlorenes Kollagen wieder aufbauen?
Der Körper baut Kollagen ständig selbst auf, wenn er mit einer abwechslungsreichen Ernährung ausreichend versorgt ist. Welche Nährstoffe er dafür braucht, steht in Kollagen in Lebensmitteln. Dass ein Präparat gezielt „verlorenes“ Kollagen in Haut oder Gelenken ersetzt, ist nicht belegt.
Ist es sinnvoll, Kollagen zu nehmen?
Für gesunde Menschen ist es nicht notwendig, denn der Körper bildet Kollagen selbst. Wer Kollagenpulver nutzt, nimmt vor allem Eiweiß zu sich. Für Wirkungen auf Haut und Gelenke ist die Studienlage gemischt und nicht von der EU anerkannt.
Gibt es pflanzliches Kollagen?
Nein. Kollagen kommt nur in Tieren vor. Als „vegan“ beworbene Produkte enthalten meist einzelne Aminosäuren wie Glycin und Prolin, aber kein Kollagen.
Merkt man, wenn man zu wenig Kollagen hat?
Einen messbaren Kollagenmangel, den man selbst bemerkt, gibt es bei gesunden Menschen nicht. Veränderungen der Haut im Alter sind normal. Bei auffälligen Beschwerden an Haut, Gelenken oder Gefäßen ist die Hausarztpraxis die richtige Anlaufstelle.
Quellen
- AOK – Kollagen: welche Funktion es für Haut und Gelenke hat
- Quarks – Darum brauchen wir kein zusätzliches Kollagen
- Verbraucherzentrale – Kollagendrinks für die Schönheit: Beauty aus der Büchse?
- Myung & Park (2025): Effects of Collagen Supplements on Skin Aging – Am J Med
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Protein




