Welches Magnesium ist das beste? Glycinat, Citrat, Malat und Oxid im Vergleich
Glycinat, Citrat, Malat, Oxid und mehr: So unterscheiden sich die Magnesiumverbindungen in Aufnahme, Verträglichkeit und Magnesiumgehalt – und so wählen Sie.

Ein Magnesium, das für alle das beste ist, gibt es nicht. Organische Verbindungen wie Citrat und Glycinat werden in Studien etwas besser aufgenommen als Magnesiumoxid, im Alltag ist der Unterschied aber gering. Oxid liefert am meisten Magnesium pro Tablette. Entscheidend sind vor allem Ihre Verträglichkeit, die Magnesiummenge pro Tagesdosis und der Preis.
Warum gibt es so viele Magnesiumverbindungen?
Magnesium kommt in einer Kapsel oder Tablette nie frei vor. Es ist immer an einen anderen Stoff gebunden – an eine Säure, eine Aminosäure oder an Sauerstoff –, und dieser Partner gibt der Verbindung ihren Namen. Die Bindung entscheidet mit darüber, wie gut sich das Magnesium löst, wie gut es im Darm aufgenommen wird und wie der Magen reagiert.
Ist das Magnesium einmal aufgenommen, macht es im Körper dasselbe – egal, aus welcher Verbindung es stammt. Magnesium trägt unter anderem zu einer normalen Muskelfunktion, zu einer normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Welche Magnesiumformen gibt es?
| Verbindung | Gebunden an | Magnesiumanteil | Merkmale |
|---|---|---|---|
| Glycinat (Bisglycinat) | Aminosäure Glycin | ca. 14 % | Wird gut aufgenommen, wird oft als gut verträglich beschrieben |
| Citrat | Zitronensäure | ca. 16 % | Gut untersucht, wird gut aufgenommen, kann in höherer Dosis abführend wirken |
| Malat | Äpfelsäure | ca. 15 % | Organische Verbindung, oft Teil von Kombinationen |
| Gluconat | Gluconsäure | ca. 6 % | Organische Verbindung, wenig Magnesium pro Gramm |
| Lactat | Milchsäure | ca. 12 % | Organische Verbindung, wird gut aufgenommen |
| Taurat | Aminosäure Taurin | ca. 9 % | Wenig Magnesium pro Gramm, häufig in Komplexen |
| L-Threonat | Threonsäure | ca. 7–8 % | Neuartiges Lebensmittel, in der EU nur für einen Hersteller zugelassen |
| Carbonat | Kohlensäure | ca. 29 % | Anorganisch, wird auch in Mitteln gegen Sodbrennen verwendet |
| Oxid | Sauerstoff | ca. 60 % | Am meisten Magnesium pro Tablette, aber schlechter aufgenommen |
Welche Magnesiumform wird vom Körper am besten aufgenommen?
Organische Verbindungen – Citrat, Glycinat, Malat, Lactat und Gluconat – werden in Studien meist etwas besser aufgenommen als anorganische wie Oxid und Carbonat. Laut Verbraucherzentrale ist der Unterschied in der Praxis aber kaum relevant, denn die Aufnahme hängt auch von der Dosis, der Mahlzeit und davon ab, wie gut der Körper bereits versorgt ist. Auch die Behauptung, bestimmte Verbindungen wirkten gezielt im Muskel oder in den Nerven, ist nicht belegt.
Hinzu kommt: Kleinere Mengen werden anteilig besser aufgenommen als eine große Einzeldosis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt ohnehin, Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln auf zwei oder mehr Portionen am Tag zu verteilen – vor allem, weil das verträglicher ist.
Was ist besser, Magnesiumcitrat oder Magnesiumglycinat?
Beide sind organische Verbindungen, die gut aufgenommen werden. Der größte Unterschied betrifft den Darm: Citrat zieht Wasser an und kann bei höheren Mengen abführend wirken, Glycinat wird häufig als verträglicher beschrieben. Bei empfindlichem Magen kann Glycinat deshalb die bessere Wahl sein. Suchen Sie eine gut untersuchte, meist günstige Form, ist Citrat eine solide Option.
Mehr zu Glycinat lesen Sie unter Magnesiumglycinat: Wirkung, Einnahme und Unterschiede.
Ist eine Kombination mehrerer Magnesiumformen sinnvoll?
Komplexe aus zwei, drei oder mehr Verbindungen sind verbreitet. Der Vorteil: Sie erhalten eine nennenswerte Menge Magnesium in wenigen Kapseln, und die Verbindungen ergänzen sich in ihren Eigenschaften. Belastbare Belege, dass eine Kombination besser aufgenommen wird als eine einzelne gute Form, gibt es allerdings nicht.
Schauen Sie in die Zutatenliste, welche Verbindungen enthalten sind und wie viel Magnesium jeweils daraus stammt. Manche Präparate, die mit Glycinat werben, enthalten zusätzlich günstigere Formen wie Oxid.
Welches Magnesium ist Testsieger?
Tests und Vergleichsportale gewichten Preis, Verbindung, Dosis und Zusatzstoffe sehr unterschiedlich – das Ergebnis hängt davon ab, wer testet. Auffällig ist ein Punkt, auf den auch Verbraucherschützer hinweisen: Bei einer Untersuchung der Verbraucherzentralen im Jahr 2020 lagen 57 Prozent der untersuchten Magnesiumpräparate über der vom BfR empfohlenen Höchstmenge von 250 mg pro Tag.
Vergleichen Sie deshalb selbst anhand dieser Fragen:
- Wie viel Magnesium liefert eine Tagesdosis? Die Menge Magnesiumcitrat oder -glycinat ist etwas anderes.
- Welche Verbindung oder Verbindungen sind enthalten?
- Wie viele Kapseln oder Tabletten brauchen Sie pro Tag?
- Was kostet eine Tagesdosis – nicht eine Dose?
- Liegt die Tagesdosis bei höchstens 250 mg Magnesium?
- Enthält das Produkt Zusatzstoffe, die Sie meiden möchten, oder eine Gelatinekapsel, obwohl Sie sich vegan ernähren?
Welches Magnesium passt zu mir?
- Empfindlicher Magen: Glycinat – oder das Präparat zum Essen nehmen und die Menge aufteilen.
- Günstig und gut untersucht: Citrat.
- Möglichst wenige Kapseln: ein Komplex aus mehreren Verbindungen, oder Oxid, wenn der Magen es verträgt.
- Vegan: darauf achten, dass die Kapsel aus HPMC (Cellulose) und nicht aus Gelatine besteht.
Unser Magnesium kombiniert drei Verbindungen: 130 mg Magnesium aus Bisglycinat, 60 mg aus Citrat und 60 mg aus Malat – 250 mg Magnesium pro Tagesdosis von zwei veganen Kapseln, dazu 5 mg Vitamin B6.
Häufige Fragen
Welches Magnesium ist am besten für den Magen?
Magnesiumglycinat wird von vielen als gut verträglich beschrieben. Oxid und Citrat führen häufiger zu weichem Stuhl, vor allem in höherer Dosis. Unabhängig von der Form hilft es, Magnesium zum Essen zu nehmen und die Menge aufzuteilen.
Welches Magnesium ist das beste bei Krämpfen?
Alle Formen liefern denselben Mineralstoff, und Magnesium trägt unabhängig von der Verbindung zu einer normalen Muskelfunktion bei. Wählen Sie eine Form, die Sie gut vertragen. Häufige oder starke Krämpfe sollten Sie ärztlich abklären lassen, denn sie haben oft andere Ursachen.
Welches Magnesium ist das beste für Frauen?
Es gibt kein spezielles Frauen-Magnesium. Frauen brauchen laut DGE 300 mg Magnesium am Tag, Männer 350 mg. Bei der Wahl des Präparats zählen dieselben Punkte: Verträglichkeit, Magnesiummenge pro Tagesdosis und Preis.
Ist Magnesiumoxid schlecht?
Nein. In Studien wird es etwas schlechter aufgenommen als organische Verbindungen und führt häufiger zu weichem Stuhl. Der Vorteil: Eine Tablette kann viel Magnesium enthalten, sodass Sie weniger Tabletten brauchen.
Was ist ein Magnesium-Komplex?
Ein Präparat mit mehreren Magnesiumverbindungen, zum Beispiel Bisglycinat, Citrat und Malat. Prüfen Sie immer, wie viel Magnesium aus jeder einzelnen Verbindung stammt.
Kapseln, Tabletten oder Pulver – was ist besser?
Für die Wirkung des Magnesiums spielt die Darreichungsform keine entscheidende Rolle. Pulver und Brausetabletten enthalten aber oft Zucker, Süßstoffe oder Aromen. Kapseln kommen meist mit wenigen Zusatzstoffen aus.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
- Verbraucherzentrale – Magnesium: Was ist zu beachten?
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Magnesium
- EFSA – Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals (2006)
- EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben




