Zinkmangel: Symptome, Ursachen und wie viel Zink am Tag
Woran man einen Zinkmangel erkennt, wer gefährdet ist, wie viel Zink Männer und Frauen laut DGE am Tag brauchen und ab wann zu viel Zink schadet.

Ein ausgeprägter Zinkmangel ist in Deutschland selten. Anzeichen einer knappen Versorgung sind häufigere Infekte, schlechteres Sehen in der Dämmerung, trockene Haut, Nagelveränderungen sowie ein gestörter Geschmacks- und Geruchssinn. Gefährdet sind vor allem Menschen, die sich vegan ernähren, viel Alkohol trinken oder chronische Darmerkrankungen haben. Die DGE empfiehlt Männern 11 bis 16 mg und Frauen 7 bis 10 mg Zink pro Tag.
Wofür braucht der Körper Zink?
Zink ist ein Spurenelement, das an sehr vielen Enzymen im Körper beteiligt ist. Weil der Körper kaum Vorräte anlegt, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig. Zu den in der EU zugelassenen Aussagen gehören:
- Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei.
- Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei.
- Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei.
- Zink trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei.
- Zink hat eine Funktion bei der Zellteilung.
Wie viel Zink braucht man am Tag?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) staffelt ihre Empfehlung nach dem Phytatgehalt der Ernährung. Phytat steckt vor allem in Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen und bindet Zink, sodass der Körper weniger davon verwerten kann.
| Phytatzufuhr | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| niedrig (z. B. wenig Vollkorn, viel Fleisch) | 11 mg | 7 mg |
| mittel | 14 mg | 8 mg |
| hoch (z. B. viel Vollkorn und Hülsenfrüchte, vegan) | 16 mg | 10 mg |
Als tolerierbare Höchstmenge für Erwachsene gelten 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen. Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis. Enthält ein Präparat mehr als 3,5 mg, sollen keine weiteren zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmittel dazukommen.
Woran merke ich, dass ich Zinkmangel habe?
Ein leichter Mangel zeigt sich, wenn überhaupt, mit unspezifischen Anzeichen:
- häufigere Infekte
- gestörter Geschmacks- und Geruchssinn
- trockene Haut mit leichten Entzündungen, Veränderungen an den Nägeln
- schlechteres Sehen in der Dämmerung
Bei einem schweren Mangel kommen Hautentzündungen mit Rötung, Schuppung und Bläschen hinzu, besonders um Mund und After sowie an Ellenbogen und Knien. Außerdem können Haarausfall, Durchfall, schlecht heilende Wunden, Appetitlosigkeit und Müdigkeit auftreten. Bei Kindern verzögert sich das Wachstum.
Was sind Zinkräuber?
Als Zinkräuber gelten Faktoren, die die Zinkaufnahme hemmen oder die Verluste erhöhen:
- Phytat aus Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen – vor allem, wenn tierische Zinkquellen fehlen.
- Regelmäßig viel Alkohol – er steigert die Zinkausscheidung über den Urin.
- Anhaltender Durchfall und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
- Bestimmte Medikamente, etwa einige Antibiotika und entwässernde Mittel (Diuretika).
- Hoch dosierte Eisenpräparate, die mit Zink um die Aufnahme konkurrieren.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Zinkmangel?
- Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren und zinkreiche Lebensmittel nicht gezielt auswählen
- Menschen mit hohem Alkoholkonsum
- Menschen mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder anderen Darmerkrankungen
- Menschen mit Diabetes oder chronischen Nieren- und Lebererkrankungen
- ältere Menschen, die wenig oder einseitig essen
- Schwangere und Stillende, deren Bedarf erhöht ist
Wie wird ein Zinkmangel festgestellt?
Die Arztpraxis kann den Zinkwert im Blut bestimmen, wenn Beschwerden oder Vorerkrankungen auf einen Mangel hindeuten. Die Auslegung ist allerdings schwierig: Bei einem leichten Mangel kann der Wert normal sein, und eine akute oder chronische Entzündung kann den Blutwert senken, ohne dass ein Mangel vorliegt. Die Ärztin oder der Arzt bezieht deshalb Ernährung, Beschwerden und Erkrankungen mit ein.
Wie kann ich einen Zinkmangel beheben?
Ist ein Mangel festgestellt, verordnet die Arztpraxis Zinkpräparate als Arzneimittel, die über einige Wochen eingenommen werden. Dauer und Dosis richten sich nach Ursache und Ausmaß. Die Beschwerden bessern sich oft schon ein bis zwei Wochen nach Beginn. Wichtig ist auch, die Ursache zu behandeln, etwa eine Darmerkrankung.
Ist die Zufuhr nur knapp, steht die Ernährung an erster Stelle: Fleisch, Käse, Eier, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkorn. Einweichen, Keimen und Sauerteig senken den Phytatgehalt pflanzlicher Lebensmittel. Eine Übersicht mit Mengen pro Portion finden Sie unter Zink in Lebensmitteln.
Wann kann ein Nahrungsergänzungsmittel mit Zink sinnvoll sein?
Wer sich ausgewogen ernährt, deckt seinen Zinkbedarf in der Regel ohne Präparate. Ein Nahrungsergänzungsmittel kann die Zinkzufuhr ergänzen, wenn die Ernährung dauerhaft wenig liefert. Es ist keine Behandlung für einen diagnostizierten Mangel – die gehört in ärztliche Hände. Achten Sie darauf, wie viel Zink ein Präparat pro Tagesdosis enthält, und kombinieren Sie nicht mehrere zinkhaltige Produkte.
Unser TestoBalance für Männer enthält Zink zusammen mit Selen, Magnesium, Vitamin D3, B6 und B5 in zwei Tabletten täglich. Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut sowie zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion bei. Weil TestoBalance Zink enthält, sollten Sie es nicht mit weiteren zinkhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln kombinieren. Wer Medikamente einnimmt, etwa Blutgerinnungshemmer, oder eine Erkrankung hat, fragt vor der Einnahme in der Arztpraxis oder Apotheke nach.
Häufige Fragen
Was macht Zink mit der Psyche?
Zink trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei. Daraus folgt aber nicht, dass ein Präparat seelische Beschwerden lindert. Wer sich über längere Zeit niedergeschlagen, unruhig oder erschöpft fühlt, sollte mit der Hausarztpraxis sprechen.
Welches Obst hat viel Zink?
Obst ist generell eine schwache Zinkquelle. Deutlich mehr liefern Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Cashewkerne, Linsen und Vollkornbrot sowie tierische Lebensmittel wie Rindfleisch, Hartkäse und Austern.
Kann man zu viel Zink einnehmen?
Ja. Auf Dauer sollten Erwachsene nicht mehr als 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen aufnehmen. Zu viel Zink kann die Aufnahme von Kupfer und Eisen stören; bei dauerhaft hoher Zufuhr sind Blutarmut und Veränderungen der Blutkörperchen beschrieben. Hohe Einzeldosen verursachen oft Übelkeit und Erbrechen.
Wie lange dauert es, einen Zinkmangel auszugleichen?
Unter ärztlich verordneten Zinkpräparaten bessern sich die Beschwerden häufig nach ein bis zwei Wochen. Wie lange die Einnahme insgesamt dauert, hängt von Ursache und Ausmaß des Mangels ab.
Was darf man nicht zusammen mit Zink einnehmen?
Zwischen Zink und Eisen- oder Calciumpräparaten sowie bestimmten Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone) sollten einige Stunden liegen, weil sie sich gegenseitig behindern. Wer Medikamente einnimmt, fragt am besten in der Apotheke nach.
Quellen
- gesund.bund.de – Zinkmangel: Symptome, Ursachen, Therapie
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte Zink
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln
- Verbraucherzentrale – Mehr Zink bei Erkältungen?
- MSD Manual – Zinkmangel
- EU-Register der nährwert- und gesundheitsbezogenen Angaben




